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· Lesezeit: 4 Minuten

Pinterest aufräumen: Warum es nichts bringt — und was wirklich hilft

von Emanuela

Irgendwann kommt der Tag, an dem du es wissen willst. Du öffnest Pinterest, schaust auf deine 63 Boards und denkst: „So. Heute räume ich das auf."

Eine Stunde später hast du drei Pins gelöscht, vier neue gespeichert und ein Board namens „Inspiration 2.0" angelegt. Glückwunsch. Der Berg ist jetzt offiziell sortierter. Aber kein bisschen kleiner.

Warum Aufräumen hier nicht funktioniert

Aufräumen setzt voraus, dass das Problem Unordnung ist. Ist es aber nicht. Das Problem ist die Menge. Und vor allem, dass die ganze Sache nur in eine Richtung läuft: rein.

Du speicherst schneller, als du jemals nutzen könntest. Eigentlich speicherst du inzwischen nicht mehr für ein Leben, sondern für mindestens drei. Und zwei davon haben noch nicht einmal begonnen.

Bei jedem Aufräum-Versuch stehst du vor derselben Wand: Du müsstest hunderte Pins einzeln ansehen und entscheiden, ob sie noch wichtig sind. Das ist anstrengend. Also brichst du ab.

Und weil Pinterest dir währenddessen schon wieder zwölf perfekte Ideen für dein Zuhause, sieben Rezepte und einen selbstgebauten Gartenteich vorschlägt, gehst du am Ende mit mehr raus, als du reingekommen bist.

Aufräumen macht den Berg ordentlicher. Aber ein ordentlicher Berg ist immer noch ein Berg.

Das eigentliche Problem: Pinterest will, dass du sammelst

Das ist kein Versehen. Pinterest ist genau dafür gebaut.

Je mehr du speicherst, desto länger bleibst du. Je länger du bleibst, desto mehr siehst du. Je mehr du siehst, desto mehr speicherst du. Das Nutzen der Pins ist für die Plattform nebensächlich. Das Sammeln ist das Geschäft.

Deshalb wirst du das Problem dort nie lösen. Du kannst nicht in einem Lager aufräumen, in das gleichzeitig ständig neue Lieferungen gekippt werden.

Pinterest ist wie ein Keller. Am Anfang stellst du eine Kiste hinein. Ein paar Jahre später fragst du dich, warum dort plötzlich ein altes Fahrrad, drei Lampenschirme und ein Weihnachtsbaum von 2007 stehen.

Was wirklich hilft

Nicht aufräumen. Auswählen.

Der Unterschied ist entscheidend. Aufräumen heißt: alles ansehen, alles sortieren, alles bewerten. Auswählen heißt: die wenigen Dinge herauszuholen, die du wirklich leben möchtest. Der Rest darf einfach sein.

Hör auf, den ganzen Berg retten zu wollen

Die meisten deiner Pins haben ihren Job längst erledigt. Sie waren für drei Sekunden interessant. Das reicht. Nicht jede Idee braucht lebenslanges Bleiberecht.

Such die Handvoll, die zählt

Welche fünf oder zehn Dinge wolltest du wirklich umsetzen? Nicht theoretisch. Wirklich. Die holst du raus. Der Rest darf bleiben, wo er ist – und in Frieden vergessen werden.

Hol sie aus Pinterest heraus

Solange dein Lieblingsrezept zwischen 800 anderen Pins liegt, ist es praktisch verloren. An einem eigenen, ruhigen Ort hat es endlich eine Chance, gekocht zu werden.

Mach eine Sache. Diese Woche.

Nicht den ganzen Berg. Nicht das ganze Board. Eine Sache. Aus einem Pin pro Woche werden in einem Jahr 52 echte Erfahrungen.

Es geht nicht um Ordnung. Es geht ums Leben.

Du musst kein perfekt sortiertes Pinterest haben. Niemand bekommt am Lebensende einen Preis für aufgeräumte Boards.

Was zählt, ist etwas anderes: Dass die guten Ideen, die du gefunden hast, irgendwann in deinem echten Leben ankommen. Als gekochtes Rezept. Als bepflanzter Balkon. Als gelesenes Buch. Als ausprobierte Idee.

Pinterest hilft dir beim Sammeln.

Beim Leben hilft es dir nicht.

Dafür gibt es LaterLess

LaterLess ist kein weiteres Board, das nur wächst. Es ist der ruhige Ort für die wenigen Dinge, die du wirklich ausprobieren willst.

Du wählst aus. Du findest wieder. Du machst es. Und was seinen Zweck erfüllt hat, darf gehen.

Pinterest stapelt. LaterLess atmet.

Emanuela

LaterLess ist gerade im Aufbau.

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